Garten für Anfänger - Grüner Daumen garantiert

Kaum wächst der Schnittlauch, steigt die Laune. Das Frühjahr ist wie gemacht für alle, die dem Wetter den grünen Daumen zeigen wollen...

Was aber machen Menschen, die nicht wissen, wo sie die Gartenschaufel halten sollen, den Rosmarin kaum vom Basilikum unterscheiden können und die Orchideen für ein asiatisches Blattgemüse halten? Jetzt kommen alle auf einen grünen Zweig!

Zum Reinschnuppern

Werden die richtigen Pflanzen gekauft, wächst auch der Erfolg:

- Pflanzen mit nur wenig aufgeblühten Knospen wählen. Am besten nicht im Supermarkt, sondern im Fachgeschäft oder Gartenmarkt kaufen. Pflanzen werden vom Handel oft nach Gewicht eingekauft und deshalb lange vor dem Transport nicht mehr gegossen, damit das Gewicht gering bleibt. Das heißt, die Pflanze hat vielleicht eine längere Durststrecke hinter sich, bevor sie auf Ihrem Balkon ankommt.

- Hat die Pflanze nasse Füße bekommen, erkennen Sie das unten am Topf oder im Erdballen. Kurz dran schnuppern – wenn es muffig riecht, besser nicht mitnehmen!

- Blumenzwiebeln sollen unverletzt und frei von Schimmel sein und sich fest und trocken anfühlen. Mitte Mai pflanzen: Dahlien, Gladiolen, Indisches Blumenrohr, Kalla.

- Wer von Grund auf beginnen will, probiert Samentütchen. Auch die sollen fest verschlossen, trocken und frisch sein. Wie die Pflanze im besten Fall bzw. zu ihren besten Zeiten aussieht, zeigt uns die Abbildung auf dem Samentütchen oder auf kleinen Etiketten. Das ist doch schon mal hilfreich... Dabei gilt gerade bei Essbarem: lieber häufiger, aber wenig säen. Sonst ist die ganze Pracht gleichzeitig reif!

- Namensschildchen an die Pflanze stecken – sicher ist sicher.

- Bester Monat zum Pflanzenkauf für den Balkon ist der Mai. Da sind die Nachtfröste spätestens vorbei und Ihre Schützlinge werden nicht mehr frieren. Hyazinthen Tulpen, Narzissen, Primeln ergeben ein wunderschönes Farbenpotpourri.

- Alle überwinterten Kübelpflanzen dürfen spätestens Mitte Mai wieder ins Freie, sollen sich aber langsam akklimatisieren. Nachts eventuell in Luftpolsterfolie oder Gartenvlies hüllen. Umtopfen? Topf nur eine Nummer größer wählen, damit sich ein kompakter Wurzelballen neu bilden kann.

- Was Ihren neuen Sensibelchen gut tut, ist genau das, was sie unter heimischen Bedingungen erleben. Der Olivenbaum kommt aus dem Süden, braucht also auch auf dem Balkon Sonne, kann aber längere Zeit mit wenig Wasser auskommen. Kommt die Pflanze aus dem Wald, die Clematis etwa, will sie es unten feucht und schattig, aber mit lichtem Schatten an den Blüten.

- Achtung: Sind Kinder im Haus oder häufig zu Besuch, ungiftige Pflanzen bevorzugen!

Wasser marsch - richtig gießen

Regen von oben allein reicht nicht: Sammeln Sie das kostbare, weiche Wasser.

Aber: Nie bei praller Sonne und in der Mittagshitze gießen!

Erde zum Erfolg

Kompost bringt Ihren grünen Freunden den Wachstumsschub. Kompost entsteht aus simplen Küchenabfällen – aus Eierschalen, Kaffeesatz, Pflanzenresten, selbst aus unbedrucktem Papier. Millionen von Mikroorganismen machen daraus frische, duftende, nährstoffreiche Erde, die wie ein satter Teppich über die alte Erde gestreut wird und ihr mitsamt der Pflanze einen üppigen Energiestoß verpasst.

Gutes Substrat für Kübelpflanzen verwenden! Wichtig ist, dass genügend Ton enthalten ist, der Wasser und Nährstoffe speichert und Ihre Pflanzen selbst im Hochsommer bei Laune hält.

Alles im grünen Bereich - Dufte ohne Allüren

Nicht jede Pflanze, die den Winter nicht überlebt hat, ist undankbar. Manche sind nur einjährig, z.B. Sonnenblumen und viele Kletterpflanzen.

Top 3 der Überlebenskünstler:

Schwarzäugige Susanne
Eine kleine Kletterkünstlerin, die Zäune und Rankgitter schnell umgarnt
Mehrjährig
Verzeiht auch, wenn das Gießen mal ausfällt

Löwenmäulchen
Süßer Name, echter Freund, nicht mal zickig, wenn die Nächte kalt sind oder das Gießen mal vergessen wurde
Und ebenfalls mehrjährig

Ringelblume
Völlig anspruchslos
Blüht monatelang und prächtig bunt in Orange- oder Gelbtönen
Blütenblätter sind sogar essbar – lecker feinwürzig auf frischem Salat

Sie verreisen und keiner gießt die Pflanzen? Setzen Sie die Tontöpfe einfach in eine Schale mit nassem Sand. Jetzt kann der Ton die Feuchtigkeit ganz allmählich aufsaugen und an die Pflanzen abgeben.

Schnelle Tipps anstatt Garten

Gärtnern braucht Zeit. Aber die hat man nicht immer. Hier sind schöne Alternativen fürs prächtige Gärtnerglück:

Ausgesprochen malerisch:
Große bedruckte Metalldosen, in denen einst italienische Tomaten oder griechisches Olivenöl zuhause waren. Einfach Deckel ganz vorsichtig ablösen, mit Hammer und Nagel kleine Löcher in den Boden bohren, mit Teichfolie (aus dem Baumarkt) auskleiden, in die ebenfalls kleine Löcher gebohrt wurden, Erde einfüllen und duftende Kräuter in die Erde betten: Rosmarin, Thymian, Salbei und Basilikum sind hübscher Blickfang und dazu noch lecker. Nicht zu großzügig gießen.

Am laufenden Band ernten:
Saatbänder sind einfacher als Samentütchen. Einfach in die vorbereitete Erdfurche legen. Nach Packungsanleitung gießen.

Rolle vorwärts:
Bis eine Wiese wächst – das dauert. Rasen von der Rolle geht schnell. Einfach verlegen. Schon nach kurzer Zeit heißt es: betreten erwünscht!

Wenn es mit dem grünen Daumen trotzdem nicht klappt: Wie wäre es heute stattdessen mal mit einem grünen Pulli?

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