Ins Glas geschaut: Weinprobe in den eigenen vier Wänden

Wissensdurst - So wird der Abend zum Genuss

Sinn der Weinprobe ist eigentlich das Verkosten unterschiedlicher Weine. Damit dennoch der Spaß am Genuss im Vordergrund steht, gibt es weder Richtig noch Falsch – vorausgesetzt, der Wein hat keinen Fehler. Spannend ist eine Weinprobe immer. Und Geschmack ist, zum Glück, subjektiv. Wichtig ist immer die Reihenfolge...

Die Reihenfolge der Weine:

Leichte Weine vor den schweren probieren.
Weiße Weine vor roten.
Trockene Weine vor den süßen.
Und junge vor den alten Weinen.

Die Geschmacksknospen auf der Zunge freuen sich über die feine Steigerung!

Übrigens wird meist nicht jedes Glas ausgetrunken, sondern zumindest teilweise ausgespuckt – geeignetes Gefäß am besten bereithalten.

4 bis 5 Weine sind ausreichend, mehr als 10 bis 12 Weine sollten es nicht sein – sonst wird der Abend zu lang und der Kopf zu breit.

Die Reihenfolge der Speisen:

Essen passt prima zu Wein. Oder anders herum...
Der relativ niedrige Alkoholgehalt und die mäßige Säure regen den Magen an und erleichtern die Verdauung. Ein paar Tipps zur Wahl der richtigen Gerichte:

- zart vor würzig
- leicht vor kräftig
- trocken bzw. leicht salzig vor mild/süß
- weißes vor rotem Fleisch
- kühle Speisen vor warmen

Oft harmonieren Weißweine besser mit Käse als die roten. Gerade tanninreiche Rotweine mit ihren Gerbstoffen vertragen sich nur selten mit pikantem Käse. Und auch die Kombination tanninreicher Rotweine mit Käse, der Bitterstoffe enthält, z.B. Weichkäse mit Edelschimmelrinde, gelingt selten. Was dagegen gut passt: fruchtbetonte, leichte Rotweine.

Ausgewogene Weißweine harmonieren mit vielen Käsesorten. Zu einem jungen Käse passt die Säure eines frischen, fruchtigen, nicht zu alkoholreichen Weißen. Riesling zum Beispiel zu Tilsiter, Müller-Thurgau zu Gouda oder Butterkäse – so sehen Traumpartner aus. Gegen aromatische Käse wie Edelpilzkäse oder Romadur haben es kräftige Weißweine mit etwas Restsüße leichter.

Was sonst?

• Frischkäse zu: Welschriesling oder Roséwein
• Camembert, Brie-Käse zu: Grüner Veltliner
• Emmentaler, Gouda, Edamer zu: Weißburgunder
• Edelpilz- und Blauschimmelkäse zu: würzigen, fülligen Rotweinen (z.B. Blaufränkisch ) oder aromatischen, süßen Weißweinen (z.B. Auslesen)

Entdecker-Kombinationen!

• Mozzarella zu Blaufränkisch
• Chester und Weißburgunder
• Tilsiter oder Bergkäse zu fruchtigem Riesling
• Kräftiger Rotschmierekäse plus Gewürztraminer
• Ziegenkäse mit Chardonnay

Außerdem lecker zum Wein:
Salzgebäck, Zwiebelkuchen oder Flammkuchen, Brot, Trauben

Probieren heißt genießen ...!

Die richtige Weintemperatur:

- Leichte Weißweine, Cava, Sekt, trockener Sherry: 8 - 10°C
- Kräftige Weißweine, Roséweine, halbtrockener Sherry, Portwein: 10 - 13°C
- Leichte, weiche Rotweine (z.B. Beaujolais, Merlot, Pinot Noir): 14 - 16°C
- Kräftige, üppige Rotweine: 16 - 18°C

Praktisch sind Kühlmanschetten aus dem Tiefkühlfach. So kann der Wein innerhalb von Minuten um rund 10 Grad abkühlen.

Selbst die alte Methode, Wein kurz unter fließendes Wasser zu halten, lassen Kenner gelten.

Das ideale Weinprobe-Glas

Im Prinzip eignet sich für eine Weinprobe jedes Weinglas, das farblos, klar, ohne Schliff und dünnwandig ist. So lassen sich Farbe, Klarheit, Geruch und Geschmack optimal beurteilen.

Fassungsvermögen mindestens 20 cl
unten bauchig, nach oben verjüngend, damit sich der Duft des Weines konzentrieren kann.

Weißweingläser haben einen längeren Stiel und einen kleineren Kelch, damit sich der Wein nur mäßig erwärmt.
Rotweingläser haben typischerweise einen kürzeren Stiel und einen größeren Kelch.

Glas etwa zu einem Drittel bis Viertel füllen, damit Nase und Gaumen die einzelnen Aromen erspüren können.

Feste feiern

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Weinfeste. In vielen Teilen Österreichs treffen sich Weinliebhaber auf gemütlichen Plätzen, auf dem Land, aber auch in der Stadt. Schauen Sie doch mal hier vorbei: www.aufzumwein.at

Henkel Lifetimes wünscht Ihnen einen genussvollen Weinabend!

Kleines ABC zur Weinbeschreibung


Die Eindrücke sind so vielfältig wie der Wortschatz eines Weinkenners: fruchtig oder blumig, würzige Röstaromen, holzige, erdig-balsamische Noten, animalische Noten bis hin zu chemischen.

Aroma: Gesamtheit der Geschmacks- und Dufteindrücke eines Weines
Blume: Positiver Geruchseindruck
Bukett: Gesamtheit der in der Nase feststellbaren Eindrücke
Charakter: Gesamtheit der Geschmacks- und Geruchseigenschaften eines Weins, geprägt durch Jahrgang, Rebsorte, Boden, Anbaugebiet, Qualitätsstufe und Behandlung im Keller
Cru: Synonym für Gewächs. Ein Hinweis auf einen gehobenen Wein.
körperreich: voller, runder Wein mit viel Extrakt
Säure: Bestimmt, neben Alkohol, Zucker, Tanninen und Aromastoffen, die Haltbarkeit und den Geschmack eines Weins
Sortenrein: Wein einer Rebsorte
Tannin: Gerbstoff der Traube, dient im guten Fall verbesserter Lagerfähigkeit und Aroma. Hinterlässt im schlechteren Fall einen trockenen, pelzigen Geschmack.

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